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Das königliche Spiel - Teil 2 - Das Spiel der Doppelgänger

Gavin GueldenpfennigDas Spiel der Doppelgänger Schach kennt viele Kuriositäten! Eine davon ist rund 800 Jahre alt und deutlich komplexer als ein normales Schachspiel. Das sogenannte Kurierschach. Abgesehen davon, dass insgesamt vier Könige auf dem Brett stehen, gelten auch Sonderregeln, was das Zugrecht der Figuren angeht und es gibt zudem Figuren, die man in einer normalen Schachpartie niemals zu Gesicht bekommen würde. Dazu gehört unter anderem der sogenannte Kurier, nach welchem das Spiel benannt wurde. Dieser zieht wie ein Läufer. Sein Pendant ist der "Alte", welcher ebenfalls diagonal zieht, aber stets nur zwei Felder weit springen darf. Auch der König hat einen Zwilling in diesem Spiel. Dieser "Mann" (auch "Rat" genannt) zieht wie ein König, muss aber auf Schachgebote nicht reagieren und darf auch geschlagen werden. Das dritte Geschwisterpärchen auf dem Brett sind die Königin und der Schleich. Beide dürfen pro Zug immer nur ein Feld weiter ziehen. Die Königin zieht diagonal, was dazu führt, dass sich die beiden Königinnen nie gegenseitig schlagen können. Der Schleich zieht senkrecht oder waagerecht. Im Schachdorf Ströbeck dürfen die Bauern zudem nur einen Schritt weit nach vorne ziehen oder schräg schlagen und wandeln sich auf der gegnerischen Grundreihe nicht direkt um, sondern müssen zunächst drei Freudensprünge nach hinten auf ihr Ausgangsfeld vollführen, bevor sie sich verwandeln dürfen. Des Weiteren legte Gustav Selenus, besser bekannt als August II. von Braunschweig - Wolfenbüttel, im Jahr 1616 eine Tabiya (Startposition) für das Ströbecker Kurierschach fest. Dabei sind die vier Turmbauern, sowie die beiden Königinnen und ihre Bauern um zwei Felder nach vorne verschoben. Rochaden sind gemäß seiner Regeln nicht erlaubt gewesen. Selenus war es im Übrigen auch, der das erste deutsche Schachlehrbuch herausbrachte. Er galt dank seiner zahlreichen Studienfächer als sehr gebildet und dank der Verweigerung des Militärdienstes als sehr friedliebend. In Wolfenbüttel baute er die zur damaligen Zeit größte Bibliothek Europas auf. Allerdings war er in seiner Position als Landesfürst auch für die "Hexenjagd von Hitzacker" bekannt, welcher Schätzungen nach zwischen 40 und 70 Menschen zum Opfer fielen. Wie so ein Kurierschachbrett im dreidimensionalen Raum aussieht, könnt ihr euch im Video anschauen:https://www.youtube.com/watch?v=RJga7emRWN4 (383)

Das königliche Spiel 2 (Grundstellung Kurierschach).png
Das königliche Spiel 2 (Namen der Kurierschachfiguren).png
Das königliche Spiel 2 (Ströbecker Tabiya).png