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Doppelregionalmeister - oder - Das Hopfengartenmärchen

Gavin GueldenpfennigZwei Teams – eine Schule – ein Ziel! Mit neun Siegen und einem Unentschieden aus zehn Spielen sorgten die Schachzwerge Jakob, Theodor, Henry, Paula, Leonard, Leonardo, Lotte und Phil für einen historischen Doppelsieg beim Magdeburger Regionalfinale in der GS Kritzmannstraße… ------------------------------------------- Es gibt an Schulen manchmal Phänomene, die sich nicht erklären lassen. Die beinahe fanatische Leidenschaft der Schachzwerge vom Hopfengarten für das königliche Spiel ist solch ein Phänomen. Ungefähr ein Viertel aller Schüler dort spielt nämlich Schach. So ist es dann auch kein Wunder, dass regelmäßig Medaillen und Urkunden in der Schule bestaunt werden dürfen. Seit kurzem gibt es dort sogar zwei Bezirksmeister. Ihr denkt, das reicht den „Hopfis“? Weit gefehlt? Der Erfolgsdurst ist noch längst nicht gestillt. Logischerweise wurden zum Regionalfinale am Samstag richtig große Geschütze aufgefahren und schon bei der Anmeldung zum Turnier eine Bestmarke aufgestellt. Ganze fünf Teams stellten die Hopfengärtler, so viele wie keine andere Schule im 52 Mannschaften starken Teilnehmerfeld. (PS: Ebenfalls ein Rekord! So viele Teams gab es bei einem Regionalfinale in Sachsen- Anhalt noch nie zuvor!) Noch vor Beginn der ersten Runde gab es zudem ein Sechsaugengespräch zwischen Lia, Phil und ihrem Trainer, Gavin. Lia sollte eigentlich an Phils Stelle für „Hopfengarten 2“ spielen, doch war sie bereit ihren Platz zu räumen und einem Experiment des Trainers freien Lauf zu lassen. Bereuen tut diesen Schritt inzwischer sicher niemand mehr! Spätestens nicht nach der Belohnung nach dem Turnier: Einem Besuch beim Fast- Food- Restaurant mit dem „gelben M“. Da war auch Lia mit dabei und auf sie wartet noch eine weitere Überraschung. ----------------------------- Und auch schon vorher lief das Experiment gut an: Als nach dem Gewusel der ersten drei Runden am Samstag sich erstmalig Teams nach oben hin absetzen konnten in der Tabelle, standen die Teams „Hopfengarten 1 und 2“ ohne einen einzigen Punktverlust zusammen auf Platz 1 (6:0 Mannschaftspunkte, 12:0 Brettpunkte). Spätestens da rieben sich alle die Augen und die Hopfengartentrainer Gordon und Gavin stellten sich die Frage: „Darf eine Schule überhaupt zwei Mannschaften zum selben Landesfinale entsenden? Die eindeutige Antwort der Turnierleitung lautete: „Ja, sie darf.“ Die „Mission Doppelquali“ rückte ihrem Ziel so ein ganzes Stück näher. Zu den Verfolgern zählten zu diesem Zeitpunkt unter anderem die Domgrundschule, die GS Am Westring, die GS Annastraße und Diesdorf 2, die auch alle drei Kämpfe hatten gewinnen können, aber schon Brettpunkte eingebüßt hatten. Die direkten Vorjahresqualifikanten hatten zu diesem Zeitpunkt alle schon „schwerwiegender“ gepatzt. --------------------------- Die vierte Runde wurde konsequenter Weise zu einem echten Drama, was man insbesondere am Duell zwischen den Schachzwergeschulen Diesdorf und Annastraße merkte. Hier flogen richtig die Fetzen, nicht nur auf dem Brett sondern auch verbal. Emotional, aber am Ende doch fair, wie es sich für echte Schachzwerge gehört, siegte Diesdorf mit 3:1. Hopfengarten 1 traf im zweiten Schachzwergederby auf die Domgrundschule und obwohl Jakob an Brett 1 gegen Laura verlor, konnten sich die „Hopfis“ ebenfalls mit 3:1 durchsetzen. Hopfengarten 1 und Diesdorf 2 hatten somit acht Mannschaftspunkte auf dem Konto. Im dritten Spitzenduell der Runde standen sich Hopfengarten 2 und die GS Am Westring gegenüber, die die Farben des USC Magdeburg unterstützt. Zunächst sah es nach einer deutlichen Niederlage für die Hopfis aus, doch ausgerechnet Phil war es, der seine Gegnerin schließlich doch noch in eine aussichtlose Stellung zwang und somit noch einmal Hoffnung aufkeimen ließ. Es stand 1:2 und alles hing an Erstklässlerin und U8- Bezirksmeisterin Lotte, die dafür bekannt ist, Schwierigkeiten mit der Bedenkzeit zu bekommen. Und auch diesmal hatte Lotte nur noch 3 Minuten auf der Uhr bevor sie zum entscheidenden Schlag ausholte. Mit einem dreizügigen Matt sicherte sie sich 90 Sekunden vor Ablauf der Bedenkzeit ihrem Team das 2:2 und war nach dem Matt erstmal so perplex und erleichtert, dass sie zwar die Uhr anhielt, aber sich nicht traute, dem Schiedsrichter das Matt anzusagen. Doch schließlich schaffte sie auch das noch. --------------------------- Es kam also in der letzten Runde zu zwei Entscheidungsspielen für die „Hopfis“ (gegen Diesdorf 2 und die Dreisprachige Internationale Grundschule Magdeburg) und einem für die Schachzwerge von der Leipziger Straße (gegen die GS Am Westring) um die Qualifikation zum Landesfinale. Die Eltern aller Schachzwerge begannen zu zittern, durften sie doch nicht in die Spielräume, sondern mussten unten im Aufenthaltsraum der GS Kritzmannstraße auf ihre Schützlinge warten. Bei weit über 200 Kindern, die am Turnier teilnahmen, eine nur allzu verständliche Entscheidung der Turnierleitung. Man stelle sich nur einmal, vor wie voll die Räume mit Eltern gewesen wären. Richtig, da wäre an Schach nicht mehr zu denken gewesen. Als erstes wurden dann die Eltern der Mannschaft 1 vom Hopfengarten erlöst. Ein klarer 4:0- Sieg von Jakob, Theodor, Henry und Paula machte den Durchmarsch und den Meistertitel perfekt! Für die GS Leipziger Straße ging es leider nicht so gut aus. Sie holten nur einen halben Brettpunkt und wurden somit nach hinten durchgereicht in der Tabelle. Dafür ließ aber die Schachzwerge- GS Am Elbdamm nur ein Remis zu und schob sich noch auf Platz 4 hinter die GS Am Westring nach vorne! Auch der reichte mit acht Mannschaftspunkten zur Quali für Weißenfels! Glückwunsch auch dazu an Matti, Lukas, Milo, Dean, Florian! Blieb also nur noch ein Qualiplatz offen und der war hart umkämpft. Denn die Vorjahresdritten und Sieger der Stadtjugendspiele von der DIG Magdeburg (ebenfalls USC Magdeburg) hatten sich natürlich noch nicht aufgegeben und das bekam Phil dann schließlich auch zu spüren. Diesmal ging seine Partie verloren. Doch sprangen Leonard und Leonardo in die Bresche und drehten das Spiel auf 2:1. Der Matchball lag wieder bei Lotte und auch diesmal behielt sie die Nerven und gewann. Damit war die Mission „Doppelquali“ geglückt - und nicht nur das! Der Schachzwerge- Geschäftsführer und Turnierleiter, Michael Zeuner, hatte recherchiert und bemerkte bei der Siegerehrung, dass „etwas Komisches, Unerklärliches passiert sei.“ Normalerweise würde man die Erst- und Zweitplatzierten getrennt nach vorne rufen, um sie auszuzeichnen, aber diesmal könne er das nicht und das sei ihm im Rahmen des Schulschachs noch nie passiert und so bat er alle acht Hopfengartenschüler gemeinsam nach vorne. „Hopfengarten 1 und 2“ hatten nicht nur beide die Quali zum Landesfinale geschafft, sondern auch den historischen, ersten Doppelsieg im Magdeburger Schulschach- Regionalfinale von „Jugend trainiert für Olympia!“ Es ist eben irgendwie doch ein besonderes Jahr, dieses 50. Jahr der beliebten Sportveranstaltung für junge Talente. ------------------------------ In Weißenfels dürfen übrigens nicht nur die drei Schachzwergeteams aus Magdeburg starten! Schon im Dezember hatten sich die Schachzwerge von der Grundschule Am Tanger als ungeschlagener Altmarkvizemeister für das Landesfinale im März qualifiziert! Sie waren auch das letzte Grundschulteam, das „Team Hopfengarten 1“ einen Mannschaftspunkt abringen konnte. Hochspannung beim Landesfinale ist also vorprogrammiert – und das in jeglicher Hinsicht – denn Paula forderte in einer der Turnierpausen eine Tangerhütter Jugendspielerin heraus, die als zusätzliche Betreuerin der Hopfengartenteams 3 bis 5 und Glücksbringerin mitgekommen war. Und auch diesmal konnte im Duell „Hopfengarten vs. Tangerhütte“ keine Entscheidung gefunden werden! Wir drücken jedenfalls allen Schachzwergen und Schachzwerginnen, die uns am 28. März im Burgenland vertreten die Daumen und hoffen auf spannende Spiele und viele Punkte! (1208)