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Schach alternativ - Folge 5. Die großmeisterlichen Geschwister

Gavin GueldenpfennigKennt ihr einen Neunjährigen, der schon sein halbes Leben lang Schach im Verein spielt? Nicht? Wir schon! Jakob Nönnig. Mit 4 Jahren wurde er Schachzwerg und gehört damit dem größten Schachverein Deutschlands an, in dem über 800 Kinder aus Magdeburg und Umgebung Schach spielen. Er ist amtierender Bezirksmeister und Landesvizemeister in der U10, Mitglied des Landeskaders von Sachsen- Anhalt und wurde mit seinem Grundschulteam von der GS Hopfengarten in diesem Schuljahr Regionalmeister. Jungs wie er, wollen aktuell natürlich vor allem eines. Zurück ans Brett. Doch so schwer ist das für ihn gar nicht. Zwar kann er zurzeit keine Turniere am normalen Holzbrett spielen, aber zum Glück hat er ja eine schachverrückte Familie, mit der er zu Hause spielen und die er trainieren kann. Bei seiner kleinen Schwester Lotte, die gerade mal sechs Jahre alt ist, klappte das in der Vergangenheit sogar so gut, dass sie selbst schon Bezirks- und Landesmeisterin wurde. Immerhin in der U8. Und: Lotte machte mit zwei nervenstarken Rettungsaktionen sogar den Doppelsieg der GS Hopfengarten bei der Magdeburger Schulschacholympiade möglich. So etwas hatte bisher noch keine Grundschule geschafft. Beide Teams hätten sogar mit guten Erfolgsaussichten zum Landesfinale nach Weißenfels gedurft am 28. März. Doch dann kam Corona und machte die Titelträume der Mannschaften zunichte, und viel schlimmer noch für Jakob! Die Deutschen Jugendmeisterschaften in Willingen wurden abgesagt! Was nun? Aufgeben? Verzagen? Keineswegs. Jakob und Lotte spielten sowieso schon im Internet Schach und sein Schultrainer setzte noch einen drauf, holte ihn samt der gesamten Schulmannschaft auf den Schachserver LICHESS. Dort kämpft das Team nun gegen 40 andere Schulen, auch Gymnasien, in den LICHESS- Schulschachbundesligen um Punkte und den Pokal der Grundschulen. Nebenbei spielen Jakob, Lotte, ihre Klassenkameraden und natürlich auch andere Schachzwerge aber noch viele andere Turniere dort (zum Beispiel in einer U12- Liga und beim Jugendländerpokal der Deutschen Schachjugend) und üben fleißig mit den dort zur Verfügung gestellten Aufgaben. Corona kann diese schachverrückten Kids also nicht im Geringsten aufhalten. Und auch die Trainer und tausende andere Schachspieler bremst das Virus nicht aus. Quarantäne- Liga, Landesopen und andere Turniere haben sie ins Leben gerufen und ihrem Sport damit wieder zu neuer Strahlkraft verholfen. Sogar der Weltmeister, Magnus Carlsen, dem Jakob mit großem Ehrgeiz nacheifert, spielt schon online! Das Schach ist nicht tot, es lebt und es blüht sogar auf. Manche sagen: mehr als je zuvor. (408)